Max-Planck-Gesellschaft: Im Zweifel hat der Direktor recht

[FAZ, 23.10.2014]

Max-Planck-Gesellschaft Im Zweifel hat der Direktor recht

Wie geht die angesehene Max-Planck-Gesellschaft mit ihrem wissenschaftlichen Nachwuchs um? Es mehren sich die Fälle, in denen Direktorenherrlichkeit unwidersprochen bleibt.

22.10.2014, von Sven Grünewald

„Wir leben nicht mehr in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts, wo ein Direktor wie ein kleiner König herrschen konnte“, betonte Peter Gruss, bis Juni 2014 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), in seiner Abschiedsrede vor dem Wissenschaftlichen Rat der MPG. Dass er so deutliche Kritik übte, hatte seinen Grund. Anfang des Jahres bekam er von Doktorandenvertretern eine schwarze Liste mit seit Jahren bestehenden und verschleppten Problemen in der Nachwuchsförderung überreicht. „Wissenschaftlicher Nachwuchs bedeutet nicht billige Arbeitskräfte“, ergänzte Gruss und betonte die Verantwortung, die seitens der Direktoren gegenüber Nachwuchs bestehe.

Mit Martin Stratmann ist seit einigen Monaten ein neuer Präsident im Amt, der vor denselben tiefgehenden Problemen steht. Nach außen bemüht sich die Generalverwaltung der MPG zwar um Aufklärung, übt bei Fehlverhalten auch Druck auf Direktoren aus und betont, wie wichtig ihr der Input des eigenen Nachwuchses ist. Hinter den Kulissen geschieht jedoch das Gegenteil. Die Generalverwaltung der MPG gibt sich jede Mühe, Kritik zu unterbinden und wenn es darauf ankommt im Interesse der Direktoren zu handeln.

[…]

[weiter auf faz.net]

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