“Seelische Veranlagung der von Verbrechern ziemlich wesensverwandt…”

Baur, Fischer, Lenz,1 Bd. 2, S. 57:

P. J. M o e b i u s hat nicht ohne Grund darauf hingewiesen, daß viele Menschen, welche im wirtschaftlichen und sozialen Wettbewerb besonders erfolgreich sind, eine seelische Veranlagung aufweisen, welche der von Verbrechern ziemlich wesensverwandt ist. „Fehlt der Leichtsinn und sind die übrigen Geistesgaben gut entwickelt, so entstehen trotz Herzlosigkeit und Gewalttätigkeit nicht Sträflinge, sondern hohe Beamte, Staatsmänner, Feldherrn, wohl auch Gelehrte.” Man begegnet in der Tat auch im wissenschaftlichen Leben nicht selten Menschen, die durch geschickte Ausbeutung der Entdeckungen anderer und durch rücksichtslose Beiseiteschiebung ihrer bescheideneren Kollegen zu großen Erfolgen und Ehren gelangen.

1 Das Lehrbuch “Menschliche Erblichkeitslehre und Rassenhygiene” von Erwin Baur, Eugen Fischer und Fritz Lenz erschien zwischen 1921 und 1940 in 5 Auflagen. Zeitgenössische Kritiker beurteilten das Werk in ihren Rezensionen bis auf wenige Ausnahmen positiv und machten es so in kurzer Zeit zum Standardwerk der Rassenhygiene. Nach 1933 wurde die Schrift als die “wissenschaftliche” Grundlage der von den Nationalsozialisten verfolgten rassenhygienischen Politik angesehen. [Fangerau & Müller 2002]

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