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Wissen­schaftliches Hochschul­personal: nur wenige unbe­fris­tet in Voll­zeit tätig

[via Statistisches Bundesamt]

Immer weniger wissen­schaft­liches und künst­le­risches Per­sonal ist an deutschen Hoch­schulen unbe­fristet und in Voll­zeit ange­stellt: Von 337 100 Per­sonen traf dies im Jahr 2011 nur auf 58 600 Per­sonen beziehungs­weise 17 % zu. Vor zehn Jahren betrug der Anteil unbe­fristeter Vollzeit­be­schäftigter am wissen­schaft­lichen und künst­lerischen Per­sonal noch 27 %.

Insbesondere Frauen sind an Hoch­schulen selten unbefristet und in Voll­zeit beschäf­tigt: Nur 10 % der weib­lichen Ange­stell­ten übten 2011 eine unbe­fristete Voll­zeit­tätig­keit aus; bei den Männern waren es 21 %. Vor zehn Jahren lagen die Anteile bei beiden Geschlechtern mit 15 % (Frauen) beziehungs­weise 32 % (Männer) deutlich höher.

Je nach Personal­gruppe variiert der Anteil unbe­fristet Vollzeit­beschäftig­ter erheb­lich: Unter den Pro­fes­sorinnen und Profes­soren war er mit 78 % mit Abstand am höchs­ten, gefolgt von Lehr­kräften für besondere Auf­gaben (42 %). Von den wissen­schaft­lichen und künst­lerischen Mit­arbeiterinnen und Mit­arbeitern waren hin­gegen nur 13 % unbe­fristet und in Vollzeit angestellt.

Diese und viele weitere Informationen finden Sie in der Broschüre “Hochschulen auf einen Blick”.

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verdi: Tarifverhandlungen im Länderbereich – leere Worte, keine Angebote

[biwifo Report 1/2013]

Tarifverhandlungen im Länderbereich – leere Worte, keine Angebote

Dass es „Fehlentwicklungen“ bei der Befristungspraxis gäbe, räumt die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) ein – sieht jedoch keine tariflichen Lösungsmöglichkeiten.

„Fehlentwicklungen“? Nein, es war politisch gewollt, Befristungsmöglichkeiten immer weiter auszudehnen! Sind Instrumente wie Wissenschaftszeitvertragsgesetz oder Teilzeit- und Befristungsgesetz erst einmal geschaffen, ohne dass es parallel reglementierende Verordnungen, Erlasse und Vereinbarungen der Tarifparteien gibt, darf sich niemand wundern, wenn die Instrumente „unlimited“ genutzt werden.

Dass Befristungen immer üblicher und immer kürzer werden, hat nicht nur herbe Konsequenzen für die Beschäftigten: Sie können ihr eigenes Leben nicht planen, weil Arbeitsort, Arbeitszeit und Einkommen kaum berechenbar sind. Die völlig ausgeuferte Befristungspraxis hat auch massive Folgen für die Einrichtungen und Dienststellen. Der enorme administrative Aufwand des Befristungsunwesens belastet die Etats der Institutionen. Das wird allerdings „bilanziell“ nicht abgebildet: Diskontinuitäten in der Stellenbesetzung und Aufgabenwahrnehmung verursachen Transaktionskosten, die in keinem Budget und in keiner Kosten- und Leistungsrechnung auftauchen.

Wir fordern:
– Ausschluss der sachgrundlosen Befristung,
– drastische Reduzierung und Quotierung der befristeten Arbeitsverhältnisse,
– deutlichen Ausbau der unbefristeten Stellen.

Petra Gerstenkorn
Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes und Leiterin des Fachbereichs Bildung, Wissenschaft und Forschung

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Schwarzarbeit in der Max-Planck-Gesellschaft?

[from F.A.Z. 10.06.2012]

Forschungsstipendien Schwarzarbeit in der Max-Planck-Gesellschaft?

Niedriglohnsektor in der Spitzenforschung: Für zwei Drittel ihrer Doktoranden entrichtet die Max-Planck-Gesellschaft keine Sozialabgaben und Steuern – im geschätzten Umfang von 230 Vollzeitstellen.

Von Sven Grünewald

Weisungsfreiheit heißt das Schlüsselwort. Die offizielle Diktion der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ist eindeutig: Wer dort für seine Doktorarbeit statt einer Mitarbeiterstelle ein Stipendium erhält, soll sich einzig seiner Forschung widmen können und ist nicht in die alltäglichen Abläufe in seinem Institut eingebunden. So steht es in den entsprechenden Richtlinien, so haben es Vertreter der MPG, zuletzt ihr Präsident Peter Gruss im Berliner „Tagesspiegel“ immer wieder betont.

Dabei ignorieren sie jedoch die flächendeckende Praxis in vielen der 81 Institute der Forschungsorganisation, die sowohl von Betriebsräten als auch Doktorandenvertretern schon länger kritisiert wird. Eine Praxis, die auch von Seiten der MPG-Offiziellen gegenüber dem „Spiegel“ unumwunden bestätigt wurde, dass „ein Stipendiat selbstverständlich die Betreuung für ein Gerät übernehmen“ muss, so Anke Soemer von der Generalverwaltung der MPG.

Verstoß gegen hauseigene Regeln

Denn alle Doktoranden werden im Institutsalltag in der Regel gleich behandelt, unabhängig von ihrem formalen Status als Stipendiat oder Mitarbeiter. Von vielen Stipendiaten wird dann ebenfalls erwartet, dass sie wie Mitarbeiter Urlaubsanträge stellen, sich krankmelden und zu festen Zeiten im Institut anwesend sind – in einem rheinischen Max-Planck-Institut müssen die Stipendiaten sogar stempeln; auch die Vertretung des Instituts zum Beispiel bei einem Tag der offenen Tür sowie die Betreuung von Studenten für ihre Chefs gehören dazu.

Scheinarbeitsverhältnisse? Von Weisungsfreiheit jedenfalls keine Spur, im Gegenteil verstößt diese Praxis sogar direkt gegen die hauseigenen Regeln: „Die Doktoranden“, mit Promotionsstipendium, „haben kein Beschäftigungsverhältnis mit dem Institut, deswegen besteht keine Anwesenheitspflicht, Urlaub und Reisen müssen nicht genehmigt werden. Darüber hinaus sind sie nicht verpflichtet, an Institutsveranstaltungen teilzunehmen“, heißt es im Personalhandbuch der MPG. Auf die abweichende Realität wurde ihre Generalverwaltung unter anderem von Arbeitnehmervertretern auf der MPG-weiten Betriebsräteversammlung im Dezember 2011 hingewiesen.

Probleme kochen hoch

Stattdessen werfen die steuerfreien Stipendien grundsätzliche Probleme auf. Die Stipendiaten werden wie reguläre Mitarbeiter behandelt, aber vollständig an den sozialen Sicherungssystemen vorbeigeschleust. Dadurch spart sich die MPG einige Millionen Euro jährlich. Laut dem PhDnet Survey 2009 sind zudem alle Stipendiaten der Max-Planck-Gesellschaft vertragswidrig zwischen acht und vierzehn Prozent ihrer Arbeitszeit mit promotionsfremden Tätigkeiten beschäftigt. Das hat einige Betriebsräte nachrechnen lassen: Zum Stichtag 1. Januar 2011 gab es 2244 Promotionsstipendien in der MPG, daraus ergibt sich ein Arbeitsvolumen von knapp 230 Vollzeitstellen, für das weder Steuern noch Sozialabgaben entrichtet werden. Auf diesen Umstand reagierte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, indem sie Stipendiaten gezielt über die Möglichkeit informiert, bei der Deutschen Rentenversicherung ein sogenanntes Statusfeststellungsverfahren zu beantragen, mit dem bis zu vier Jahre rückwirkend überprüft wird, ob es sich bei der Tätigkeit nicht eigentlich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gehandelt hat.

Dass diese Probleme mehr und mehr hochkochen, liegt an der Entwicklung der vergangenen Jahre. 2004 wurden nur 25 Stipendien an deutsche Doktoranden vergeben – Stipendien dienten bis dato ausschließlich der Förderung ausländischer Doktoranden. 2007 wurde bereits mehr als ein Drittel der deutschen Doktoranden auf Stipendien gesetzt, 2010 lag die Zahl bei 1189 Stipendien für deutsche Doktoranden. Die Zahl der Mitarbeiterstellen hingegen nahm leicht ab.

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Prekäre Arbeitsverhältnisse: Max Planck setzt auf Billigforscher

[from taz.de 23.05.20121]

Max Planck setzt auf Billigforscher

Auch gestandene Wissenschaftler bekommen bei Max-Planck-Instituten keine Arbeitsverträge. Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei.

von Anna Lehmann

BERLIN taz | Dass Doktoranden der Max-Planck-Gesellschaft gegen prekäre Arbeitsverhältnisse mobilmachen, ist ziemlich einmalig. Schließlich versteht sich die von Bund und Ländern finanzierte Gesellschaft als eine der führenden deutschen Forschungsinstitutionen. Hier zu arbeiten fördert Ruf und Karriere. Doch nun zeigt eine aktuelle Anfrage der Linkspartei: das Stipendienunwesen betrifft längst auch promovierte Wissenschaftler.

Rund 1.350 Postdoktoranden an den 80 Max-Planck-Instituten werden derzeit aus Stipendien finanziert, so die Antwort des Bundeswissenschaftsministeriums, die der taz vorliegt. Sie bekommen also einen monatlichen Grundbetrag von bis zu 1.621 Euro plus Zuschlägen und müssen sich davon freiwillig gegen Krankheit, Alter und Arbeitslosigkeit versichern.

„Dass der Trend auch bei Promovierten zu Stipendien geht, wirft ein bezeichnendes Licht auf die überkommenen Personalstrukturen in der deutschen Wissenschaftslandschaft“, meint die forschungspolitische Sprecherin der Linken, Petra Sitte. In Deutschland würden selbst 45-jährige Habilitierte noch als „Nachwuchs“ bezeichnet.

Die Sprecherin der Max-Planck-Gesellschaft, Christina Beck, sagte der taz, die Bezahlung der Postdocs sei innerhalb der Gesellschaft bisher kein Thema: „Der weitaus größte Teil der Stipendiaten sind EU-Ausländer. Die Frage der Sozialversicherung stellt sich für diese Gruppe nicht, da sie Deutschland sowieso wieder verlassen.“ Laut Statistik kommen 1.223 der über Stipendien finanzierten Postdocs aus dem Ausland, 126 sind Deutsche.

[…]

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GEW: „Schluss mit dem Befristungswahn!“

[PM vom 30.11.2011 http://wissenschaft.gew.de/GEW_Schluss_mit_dem_Befristungswahn.html]

GEW: „Schluss mit dem Befristungswahn!“

Bildungsgewerkschaft zu Zeitverträgen in der Wissenschaft

Berlin/Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat den Bundestag aufgefordert, die ausufernde Befristungspraxis an Hochschulen und Forschungseinrichtungen einzudämmen. „Immer mehr Zeitverträge mit immer kürzeren Laufzeiten – das ist nicht nur unanständig gegenüber den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sondern gefährdet auch Kontinuität und Qualität von Forschung und Lehre. Die Arbeitgeber müssen verpflichtet werden, die Befristung von Arbeitsverhältnissen verantwortungsbewusst zu handhaben – Schluss mit dem Befristungswahn!“, erklärte das für Hochschule und Forschung verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller am Mittwoch in Berlin. Keller ist einer von sieben Sachverständigen, den der Bildungs- und Forschungsausschuss des Bundestages heute in einem öffentlichen Fachgespräch zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz anhört.

Alarmiert zeigte sich Keller über die Daten der neuen Hochschulpersonalstatistik, die das Statistische Bundesamt vergangenen Mittwoch veröffentlicht hatte. „Auf einen unbefristet beschäftigten wissenschaftlichen Angestellten kommen inzwischen acht Kolleginnen und Kollegen mit einem Zeitvertrag. Vor fünf Jahren lag das Verhältnis von unbefristet und befristet beschäftigten wissenschaftlichen Angestellten noch bei 1:4. Hinzu kommt: Über die Hälfte aller Zeitverträge laufen weniger als ein Jahr. Das zeigt: Die Hochschulen sind nicht in der Lage, verantwortungsbewusst mit dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz umzugehen. Deshalb muss der Gesetzgeber handeln“, sagte der GEW-Hochschulexperte.

Die Bildungsgewerkschaft fordert, Mindeststandards für Zeitverträge gesetzlich zu verankern. „Die Laufzeit der Verträge muss sich an der Länge der Projekte orientieren. Dauert ein Forschungsvorhaben drei Jahre, muss auch der Arbeitsvertrag über mindestens drei Jahre laufen“, schlug Keller vor. Er forderte den Bund außerdem auf, durch eine aktive Vergabepolitik für die Stabilisierung der Beschäftigung in der Wissenschaft zu sorgen. „Die Vergabe von Zuschüssen und Drittmitteln in der Wissenschaft muss an Auflagen geknüpft werden: Tarifverträge müssen eingehalten, ein Mindestanteil unbefristeter Beschäftigungsverhältnisse muss garantiert werden. Nur so werden die Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf Dauer im Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern qualifizierte Fachkräfte gewinnen und halten können“, sagte Keller.

Info: Für das öffentliche Fachgespräch zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz hat GEW-Experte Andreas Keller dem Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung eine schriftliche Stellungnahme vorgelegt, die Sie im Link unten finden.

GEW-Stellungnahme zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz

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Öffentliches Fachgespräch zur Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes

[Bundestag PM vom 29.11.11]

Öffentliches Fachgespräch zur Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes

Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (Fachgespräch) – 29.11.2011

Berlin: (hib/TYH) Der Ausschuss für Bildung und Forschung beschäftigt sich mit dem Problem von befristeten Arbeitsverträgen im Wissenschaftssystem. Die Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes ist Gegenstand eines öffentlichen Fachgesprächs des Ausschusses. Grundlage sind fünf Oppositionsanträge. Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 30. November 2011, um 9.30 Uhr im Sitzungssaal E 700 (Paul-Löbe-Haus). Besucher können sich unter Angabe von Name, Vorname, Anschrift und Geburtsdatum beim Sekretariat des Ausschusses (Tel.: 030/227-32861, Fax: 030/227-36845 oder E-Mail:bildungundforschung@bundestag.de anmelden.

Die SPD-Fraktion spricht sich in ihrem Antrag (17/6336) für eine Personaloffensive für die Hochschulen aus. Diese soll unter anderem 2.500 zusätzliche Professuren bis 2020 und 1.000 zusätzliche Juniorprofessuren bis 2015 beinhalten, außerdem die Steigerung des Frauenanteils in den Führungsgremien der Hochschulen auf mindestens 30 Prozent bis 2015 und 40 Prozent bis 2020.

Nach dem Willen der Fraktion Die Linke sollen befristete Arbeitsverträge eingedämmt werden. Die zunehmende Befristung und Verkürzung der Arbeitsverträge an Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten führe zu einer Prekarisierung der Beschäftigungsverhältnisse in der deutschen Wissenschaftslandschaft, schreibt sie in einem Antrag (17/6488). 2009 waren nach Angaben der Fraktion 83 Prozent der hauptberuflich angestellten Wissenschaftler befristet beschäftigt; mehr als die Hälfte dieser Verträge läuft demnach weniger als ein Jahr. Sie fordern deshalb, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz zu überarbeiten. Dort soll unter anderem eine Mindestvertragslaufzeit für wissenschaftliche Mitarbeiter von einem Jahr festgelegt werden. Darüber hinaus verlangt die Fraktion, die Vertragslaufzeiten an die Dauer der Qualifizierungsphase beziehungsweise bei Drittmittelfinanzierung an die Förderdauer der Projekte zu binden. Auch in ihrem zweiten Antrag fordern die Abgeordneten (17/4423), die Wissenschaft als Beruf attraktiver zu gestalten und die Prekarisierung des akademischen Mittelbaus zu beenden.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert einen „Pakt für den wissenschaftlichen Nachwuchs und zukunftsfähige Personalstrukturen an den Hochschulen“. Dieser solle in verbindlichen Schritten zusätzliche Professuren einrichten, fordern die Abgeordneten in einem entsprechenden Antrag (17/4203). Schon für 2008 habe der Wissenschaftsrat einen Fehlbedarf von deutschlandweit 4.000 Professuren errechnet. „Die Personalstrukturen an den deutschen Hochschulen müssen international wettbewerbsfähig werden“, betonen die Abgeordneten. In einem zweiten Antrag (17/7773) setzen sie sich außerdem für die Aufhebung der Tarifsperre im Wissenschaftszeitvertragsgesetz ein. Im Rahmen der Überprüfung und Revision des 2007 in Kraft getretenen Wissenschaftszeitvertragsgesetzes müsse sich die Bundesregierung zudem auch dafür einsetzen, dass die Befristungen der Arbeitsverträge eine Laufzeit von zwei Jahren nicht unterschreiten.

Zum Gespräch eingeladen sind Anke Burkhardt vom Institut für Hochschulforschung an der Universität Halle-Wittenberg, Georg Jongmanns vom Hochschul-Informations-System, Andreas Keller, GEW-Hauptvorstand, Professor Karl Ulrich Mayer von der Leibniz-Gemeinschaft, Professor Ursula Nelles von der Universität Münster, Professor Ulrich Preis von der Universität Köln und Manfred Scheifele vom Gesamtbetriebsrat Fraunhofer-Gesellschaft.

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PhD changes at Max Planck

Another oldie, but ‘goldie’… Find a short history of the neverending story of research grants vs contracts in the MPG at wikipedia.

[from: The Scientist 2005, 6(1):20050309-01]

PhD changes at Max Planck

by Jane Burgermeister
published 9 March 2005

Overseas PhD students applying this year to work at Germany’s Max Planck Society (MPG) are set to be the first to benefit from changes to a controversial employment rule that had prevented foreign students from getting full employment contracts.

The MPG is an independent basic research organization that funds 80 different institutes with more than 12,000 staff members and 9000 PhD students, postdocs, visiting researchers, and student assistants.

Last year, PhD student Andrea Raccanelli, now at the University of Bonn, conducted a survey showing that 99% of German PhD students at the MPG had regular contracts with health, unemployment, and pension benefits, while 84% of the non-German PhD students had scholarships without such benefits.

Raccanelli, who organized a network of PhD students at the MPG, took the case to Germany’s Court of Labour, accusing MPG of discrimination. The case was passed on to the European Court of Justice, which is expected to rule in 18 months.

Meanwhile, in October last year, MPG distributed a letter to the heads of its centers stating that the rules would change. Nicola von Hammerstein, from the general management of the MPG, told The Scientist on Monday (March 7) that the change took effect at the beginning of this year.

Von Hammerstein said she expected at least some non-German students who applied for a PhD early this year to be awarded regular employment contracts in autumn. However, she said it was impossible to predict at this stage how many would eventually benefit.

“Institutes now have the freedom to decide whether to offer foreign students a regular contract or a scholarship, unlike before,” von Hammerstein told The Scientist. “Some institutes might offer only scholarships, others only regular contracts.”

“I expect a mixed system could evolve, though it is too early to tell,” von Hammerstein said. “For example, PhD students could start with a scholarship in their first year and then move onto a regular contract in their second year.”

Von Hammerstein rejected the idea that the MPG had been discriminating against non-German PhD students. “In the world of science, nationality should never count, as it should not count anywhere,” she said. “What is important today is more cooperation between scientific disciplines and between researchers around the world.”

Von Hammerstein conceded, however, that regular employment contracts were much more expensive for institutions, many of which were operating under tight budgetary constraints. She also said that not all students wanted regular contracts. “Many students do not want to pay into the German pension and unemployment insurance system if they are in Germany for only a relatively short time.”

The change comes as the MPG steps up efforts to create more opportunities for young international researchers in Germany by expanding its network of International Max Planck Research Schools (IMPRS).

There are now 37 such schools, following the addition of eight new schools earlier this year. Altogether, there are about 1200 students currently doing their PhDs in the IMPRS, with 60% coming from outside Germany.

“This international model of the IMPRS has been extremely successful,” von Hammerstein said. “Young researchers can work in interdisciplinary teams and benefit from much more intensive supervision from scientists at the MPG and universities. The PhDs so far have been very good in terms of quality.”

Now is a difficult time for young scientists in Germany who are struggling to establish their careers in an environment of low government funding and changing employment legislation.

Peter Burkert, from the Thesis Network, a German network of PhD students and postdocs, told The Scientist that the future for PhD students looked grim as research organizations strive to save money and because of recent changes in employment laws setting a 12-year limit to temporary contracts for scientists.

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Templiner Manifest

Ergebnis der 4. GEW-Wissenschaftskonferenz 2010 “Taumjob Wissenschaft” war das Templiner Manifest.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind mit wachsenden Anforderungen konfrontiert: durch steigende Studierendenzahlen, durch die Reform der Studiengänge, eine autonome Steuerung der Einrichtungen und die zunehmende Bedeutung der Drittmitteleinwerbung. Diesen Anforderungen müssen sich die Beschäftigten in der Wissenschaft stellen, ohne dass sie aufgabengerechte Bedingungen vorfinden. Befristete Arbeitsverträge und weitere Formen atypischer und prekärer Beschäftigung betreffen immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern werden selbstständige Forschung und Lehre und verlässliche berufliche Perspektiven verwehrt.

Doch gute Lehre und Forschung auf der einen Seite sowie gute Arbeitsbedingungen und berufliche Perspektiven auf der anderen sind zwei Seiten einer Medaille. Wir fordern daher Bund, Länder und Hochschulen zu einer Reform von Personalstruktur und Berufswegen in Hochschule und Forschung auf, die sich an den folgenden zehn Eckpunkten orientiert.

Templiner Manifest online unterzeichnen

Higher education and research face growing demands as a result of the rise in student numbers, reforms to the course structure, self-management and the increasing importance of third-party sponsorship. Staff in this sector are expected to meet these challenges without the benefit of appropriate conditions to facilitate their work. More and more academics are given fixed-term contracts or other types of atypical and precarious employment. Many lack the leeway they need for independent teaching and research and are denied reliable career prospects.

However, effective teaching and research on the one hand and decent working conditions and career prospects are two sides of the same coin. We therefore urge the federal and state agencies and institutions in the sector to undertake a reform of personnel structure and career paths in higher education and research, guided by ten principles set out below.

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Die Zahl der Stipendien ist sprunghaft gestiegen

Reposted from [Inside MPG: Mitteilungen des Gesamtbetriebsrats 3/2010], which are unfortunately not publicly available.

English excerpt:
The increase in stipend holders may be desirable for institutes, but it shouldn’t be forgotten that it involves quite some disadvantages for the people concerned. Examples are bad health insurance, no social security, or inferior payment for postdocs without prior contracts. In addition, this also led to overcrowded offices and labs.

Die Zahl der Stipendien ist sprunghaft gestiegen

Seit Oktober 2004 können sowohl inländische als auch ausländische Promovierende wahlweise mit einem Vertrag beschäftigt oder auch durch Vergabe eines Stipendiums gefördert werden.

Förderung mit einem Stipendium

Die neuen Stipendienrichtlinien gelten in der MPG seit Oktober 2005. Bis zu diesem Zeitpunkt betrug die Förderung mit einem steuerfreien Stipendium 975 Euro bis zu 1128 Euro pro Monat. Besonders in Ballungsgebieten war es gelegentlich schwierig, zu diesen Konditionen die gewünschten Stipendiaten zu gewinnen. Deshalb wurde die Höhe des Grundstipendiums auf 1000 Euro angehoben, im Bedarfsfall ist eine Erhöhung auf maximal 1365 Euro möglich. Für die neuen Bundesländer wurde die Obergrenze des Stipendiums auf 1340 Euro festgelegt. Zusätzlich kann eine Sachkostenpauschale in Höhe von 103 Euro ohne Nachweis gewährt werden.

Durch die Gewährung eines Stipendiums wird kein Arbeitsverhältnis mit der Max-Planck-Gesellschaft begründet. Das Stipendium ist ein Zuschuss zum Lebensunterhalt („Schenkung unter Auflagen“) und begründet keinen sozialversicherungsrechtlichen Leistungsanspruch. Die Tätigkeit des Stipendiaten ist eigenverantwortlich und weisungsfrei und liegt somit im eigenen Interesse; ferner besteht keine Verpflichtung zur Teilnahme an Institutsveranstaltungen und keine Anwesenheitspflicht. Nicht vom Stipendienzweck erfasste Tätigkeiten bedürfen der vorherigen Zustimmung der Institutsleitung. Der Umfang einer geringfügigen Beschäftigung darf dabei grundsätzlich nicht überschritten werden. Ausnahmen sind nur dann möglich, wenn die Tätigkeit nach ihrer Art dem Stipendienzweck förderlich ist.

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Korrekte Bezahlung oder „Zuschuss zum Lebensunterhalt”?

Reposted from [Inside MPG: Mitteilungen des Gesamtbetriebsrats 3/2010], which are unfortunately not publicly available.

Korrekte Bezahlung oder „Zuschuss zum Lebensunterhalt”?

Wie das wissenschaftliche Arbeiten an Max-Planck-Instituten vergütet wird

Die Max-Planck-Gesellschaft genießt weltweit einen ausgezeichneten Ruf. Auf der Homepage der MPG ist zu lesen: „Die wissenschaftliche Attraktivität der Max- Planck-Gesellschaft gründet auf ihrem Forschungsverständnis: Max-Planck-Institute entstehen nur um weltweit führende Spitzenforscher herum. Diese bestimmen ihre Themen selbst, sie erhalten beste Arbeitsbedingungen und haben freie Hand bei der Auswahl ihrer Mitarbeiter. Dieses „Harnack- Prinzip“ geht auf den Theologen Adolf von Harnack zurück, der 1911 als erster Präsident der in Berlin gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft das damals neue Konzept einer außeruniversitären Forschungseinrichtung zum Erfolg führte.

Fast hundert Jahre nach seiner Einführung gilt das „Harnack-Prinzip“ immer noch und gibt den Direktorinnen und Direktoren freie Hand, ihre Mitarbeiter auszuwählen. Man kann also davon ausgehen, dass so ausgesuchte Mitarbeiter ebenfalls exzellent sind, also höchsten Einsatz zeigen und ausgezeichnete Arbeit liefern. Selbst wenn die Arbeit vorwiegend oder ausschließlich von den Direktoren konzipiert wird – die Umsetzung der Konzepte ist ohne den hohen Arbeitseinsatz der Doktoranden und Postdoktoranden undenkbar. Die immer noch sehr gute finanzielle Ausstattung ermöglicht es den Instituten, sich ausschließlich auf ihre Forschungstätigkeit zu konzentrieren. Selbstverständlich würde man daher eigentlich erwarten, dass auch die exzellenten Mitarbeiter beste Arbeitsbedingungen vorfinden. Vor allem ausländische Wissenschaftler gehen davon aus – und stellen oft erst vor Ort fest, dass dem nicht so ist.

Die Kriterien, nach denen die Bezahlung einzelner Wissenschaftler erfolgt, sind nirgends präzise nachlesbar. Ein Doktorand kann, wenn er/sie Glück hat, einen Doktorandenvertrag bekommen (vergütet nach TVöD Entgeltgruppe 13 ½). Alternativ dazu erhalten sie ein sogenanntes Doktoranden- Stipendium und sind sozial nicht abgesichert (verschiedene Definitionen von „Stipendium“ sind unten angeführt). Früher konnte ein Doktorand oft frei zwischen Vertrag und Stipendium wählen, heute gibt es diese Option nur noch selten.

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