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GEW: „Schluss mit dem Befristungswahn!“

[PM vom 30.11.2011 http://wissenschaft.gew.de/GEW_Schluss_mit_dem_Befristungswahn.html]

GEW: „Schluss mit dem Befristungswahn!“

Bildungsgewerkschaft zu Zeitverträgen in der Wissenschaft

Berlin/Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat den Bundestag aufgefordert, die ausufernde Befristungspraxis an Hochschulen und Forschungseinrichtungen einzudämmen. „Immer mehr Zeitverträge mit immer kürzeren Laufzeiten – das ist nicht nur unanständig gegenüber den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sondern gefährdet auch Kontinuität und Qualität von Forschung und Lehre. Die Arbeitgeber müssen verpflichtet werden, die Befristung von Arbeitsverhältnissen verantwortungsbewusst zu handhaben – Schluss mit dem Befristungswahn!“, erklärte das für Hochschule und Forschung verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller am Mittwoch in Berlin. Keller ist einer von sieben Sachverständigen, den der Bildungs- und Forschungsausschuss des Bundestages heute in einem öffentlichen Fachgespräch zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz anhört.

Alarmiert zeigte sich Keller über die Daten der neuen Hochschulpersonalstatistik, die das Statistische Bundesamt vergangenen Mittwoch veröffentlicht hatte. „Auf einen unbefristet beschäftigten wissenschaftlichen Angestellten kommen inzwischen acht Kolleginnen und Kollegen mit einem Zeitvertrag. Vor fünf Jahren lag das Verhältnis von unbefristet und befristet beschäftigten wissenschaftlichen Angestellten noch bei 1:4. Hinzu kommt: Über die Hälfte aller Zeitverträge laufen weniger als ein Jahr. Das zeigt: Die Hochschulen sind nicht in der Lage, verantwortungsbewusst mit dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz umzugehen. Deshalb muss der Gesetzgeber handeln“, sagte der GEW-Hochschulexperte.

Die Bildungsgewerkschaft fordert, Mindeststandards für Zeitverträge gesetzlich zu verankern. „Die Laufzeit der Verträge muss sich an der Länge der Projekte orientieren. Dauert ein Forschungsvorhaben drei Jahre, muss auch der Arbeitsvertrag über mindestens drei Jahre laufen“, schlug Keller vor. Er forderte den Bund außerdem auf, durch eine aktive Vergabepolitik für die Stabilisierung der Beschäftigung in der Wissenschaft zu sorgen. „Die Vergabe von Zuschüssen und Drittmitteln in der Wissenschaft muss an Auflagen geknüpft werden: Tarifverträge müssen eingehalten, ein Mindestanteil unbefristeter Beschäftigungsverhältnisse muss garantiert werden. Nur so werden die Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf Dauer im Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern qualifizierte Fachkräfte gewinnen und halten können“, sagte Keller.

Info: Für das öffentliche Fachgespräch zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz hat GEW-Experte Andreas Keller dem Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung eine schriftliche Stellungnahme vorgelegt, die Sie im Link unten finden.

GEW-Stellungnahme zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz

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Templiner Manifest

Ergebnis der 4. GEW-Wissenschaftskonferenz 2010 “Taumjob Wissenschaft” war das Templiner Manifest.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind mit wachsenden Anforderungen konfrontiert: durch steigende Studierendenzahlen, durch die Reform der Studiengänge, eine autonome Steuerung der Einrichtungen und die zunehmende Bedeutung der Drittmitteleinwerbung. Diesen Anforderungen müssen sich die Beschäftigten in der Wissenschaft stellen, ohne dass sie aufgabengerechte Bedingungen vorfinden. Befristete Arbeitsverträge und weitere Formen atypischer und prekärer Beschäftigung betreffen immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern werden selbstständige Forschung und Lehre und verlässliche berufliche Perspektiven verwehrt.

Doch gute Lehre und Forschung auf der einen Seite sowie gute Arbeitsbedingungen und berufliche Perspektiven auf der anderen sind zwei Seiten einer Medaille. Wir fordern daher Bund, Länder und Hochschulen zu einer Reform von Personalstruktur und Berufswegen in Hochschule und Forschung auf, die sich an den folgenden zehn Eckpunkten orientiert.

Templiner Manifest online unterzeichnen

Higher education and research face growing demands as a result of the rise in student numbers, reforms to the course structure, self-management and the increasing importance of third-party sponsorship. Staff in this sector are expected to meet these challenges without the benefit of appropriate conditions to facilitate their work. More and more academics are given fixed-term contracts or other types of atypical and precarious employment. Many lack the leeway they need for independent teaching and research and are denied reliable career prospects.

However, effective teaching and research on the one hand and decent working conditions and career prospects are two sides of the same coin. We therefore urge the federal and state agencies and institutions in the sector to undertake a reform of personnel structure and career paths in higher education and research, guided by ten principles set out below.

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