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Max-Planck-Gesellschaft: Im Zweifel hat der Direktor recht

[FAZ, 23.10.2014]

Max-Planck-Gesellschaft Im Zweifel hat der Direktor recht

Wie geht die angesehene Max-Planck-Gesellschaft mit ihrem wissenschaftlichen Nachwuchs um? Es mehren sich die Fälle, in denen Direktorenherrlichkeit unwidersprochen bleibt.

22.10.2014, von Sven Grünewald

„Wir leben nicht mehr in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts, wo ein Direktor wie ein kleiner König herrschen konnte“, betonte Peter Gruss, bis Juni 2014 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), in seiner Abschiedsrede vor dem Wissenschaftlichen Rat der MPG. Dass er so deutliche Kritik übte, hatte seinen Grund. Anfang des Jahres bekam er von Doktorandenvertretern eine schwarze Liste mit seit Jahren bestehenden und verschleppten Problemen in der Nachwuchsförderung überreicht. „Wissenschaftlicher Nachwuchs bedeutet nicht billige Arbeitskräfte“, ergänzte Gruss und betonte die Verantwortung, die seitens der Direktoren gegenüber Nachwuchs bestehe.

Mit Martin Stratmann ist seit einigen Monaten ein neuer Präsident im Amt, der vor denselben tiefgehenden Problemen steht. Nach außen bemüht sich die Generalverwaltung der MPG zwar um Aufklärung, übt bei Fehlverhalten auch Druck auf Direktoren aus und betont, wie wichtig ihr der Input des eigenen Nachwuchses ist. Hinter den Kulissen geschieht jedoch das Gegenteil. Die Generalverwaltung der MPG gibt sich jede Mühe, Kritik zu unterbinden und wenn es darauf ankommt im Interesse der Direktoren zu handeln.

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[weiter auf faz.net]

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Gleichstellung in der MPG

[MaxPlanck Journal 2/2012]

„Das Thema Gleichstellung ist im Aufwind“

Nach 16 Jahren im Amt zieht Marlis Mirbach Bilanz über ihre Arbeit für die Stärkung der Frauen in der MPG

Die promovierte Chemikerin, die einst am Gmelin-Institut für anorganische Chemie und Grenzgebiete der MPG arbeitete, übernahm 1996 das neu geschaffene Amt als Zentrale Gleichstellungsbeauftragte. Nun geht sie in Ruhestand.

MaxPlanckJournal: Frau Mirbach, nach 16 Jahren im Amt legen Sie nun Ihre Arbeit in der Generalverwaltung ad acta. Was ist das für ein Gefühl?

Frauenanteil in der mpg

14 Jahre liegen zwischen gelben und blauen Balken, die Marlis Mirbach in ihrem Abschlussbericht dokumentierte. Eine jüngst vom Senat der MPG beschlossene Selbstverpflichtung wird für weitere Steigerungen sorgen. Danach soll bis Ende 2016 der Anteil an Wissenschaftlerinnen auf Ebene der Beschäftigtengruppen E13 bis E15Ü und auf Ebene der Vergütungsgruppen W2/W3 jährlich um je einen Prozentpunkt steigen.

Marlis Mirbach: Ach, eigentlich ein gutes. Haben wir doch – da schließe ich die Gleichstellungsbeauftragten in den Instituten ein – etliche Dinge erreicht, die den Frauen in der MPG zugutekommen. Die Stimmung auf unserem Jahrestreffen Mitte März war viel zuversichtlicher als 2011. Dazu hat sicher der Besuch des Generalsekretärs beigetragen. Herr Kronthaler hat zugesagt, sich dafür einzusetzen, dass die in den Gleichstellungsgrundsätzen festgeschriebenen Mitwirkungsrechte der Beauftragten mit Leben erfüllt werden. Tatsächlich reden sie nämlich bei allen personellen, organisatorischen und sozialen Maßnahmen mit, die die Gleichstellung von Frauen und Männern betreffen. Das umfasst praktisch alle Bereiche. Auch in die Zielvereinbarung, die zur zweiten Re-Auditierung zur Vergabe des Zertifikats als familiengerechte Forschungsorganisation an die MPG aufgestellt wurde, hat die Stärkung der Gleichstellungsbeauftragten Eingang gefunden.

MPJ: Werden Sie das Thema Gleichstellung weiter verfolgen?

Mirbach: Nach 16 Jahren im Amt, bei einem Thema, in dem man immer hart kämpfen musste, um kleine Veränderungen zu erreichen, wird man schon ein bisschen mürbe. Es freut mich, dass das Thema Gleichstellung derzeit im Aufwind ist und sich in den Köpfen von Wissenschaft und Verwaltung etwas tut. Trotzdem habe ich mir vorgenommen, in meiner Freizeit etwas Abstand zu gewinnen. Ich möchte viel reisen.

MPJ: Haben Sie sich die Arbeit so anstrengend vorgestellt, als Sie die Tätigkeit übernahmen?

Mirbach: Ja, schon. Nach fast 20 Jahren Tätigkeit als Wissenschaftlerin in einem experimentellen und damit hierarchisch geprägten Fach wusste ich, was auf mich zukommt. Auch wenn ich keine spezielle Ausbildung vorzuweisen hatte. Aber wer hatte das schon, es gab ja keine. Alle Kolleginnen in den außeruniversitären Forschungsorganisationen sind da damals irgendwie reingerutscht. Alle gehen nun in Rente. Die erste Generation der Gleichstellungsbeauftragten tritt ab.

MPJ: Wie sind Sie die neue Aufgabe angegangen?

Mirbach: Der Weg für mehr Chancengleichheit in der MPG war ein Stück weit bereitet: Gesamtbetriebsrat und GV hatten 1991 eine Studie zur Beschäftigungssituation von Frauen und Männern in Auftrag gegeben, und der Wissenschaftliche Rat hatte sowohl den Arbeitsausschuss zur Förderung von Wissenschaftlerinnen eingesetzt als auch ein Forscherteam beauftragt, Karrierehindernisse für Frauen zu identifizieren und Verbesserungsoptionen aufzuzeigen. Ich habe zunächst mit der damaligen Generalsekretärin Barbara Bludau den Frauenförderrahmenplan aufgestellt, 1998 stimmte dem der Senat zu. Darin waren Frauenbeauftragte für die Institute und Zielvorgaben zur Erhöhung der Frauenanteile in den Vergütungsgruppen festgeschrieben.

MPJ: Wurden die Ziele denn erreicht?

Mirbach: Eher schlecht als recht. Da fand ich es hilfreich, dass es zum ersten Mal eine Generalsekretärin gab, denn Frau Bludau wollte etwas für die Frauen tun. Als ich vorschlug, den Familienservice als Betreuungsvermittlung für alle MPG-Beschäftigten zu engagieren, war sie sofort dafür. Später haben wir erreicht, dass er sogar aus öffentlichen Mitteln finanziert werden durfte. Da hatte die MPG eine echte Vorreiterrolle; ich bin oft darauf angesprochen worden.

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Prekäre Arbeitsverhältnisse: Max Planck setzt auf Billigforscher

[from taz.de 23.05.20121]

Max Planck setzt auf Billigforscher

Auch gestandene Wissenschaftler bekommen bei Max-Planck-Instituten keine Arbeitsverträge. Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei.

von Anna Lehmann

BERLIN taz | Dass Doktoranden der Max-Planck-Gesellschaft gegen prekäre Arbeitsverhältnisse mobilmachen, ist ziemlich einmalig. Schließlich versteht sich die von Bund und Ländern finanzierte Gesellschaft als eine der führenden deutschen Forschungsinstitutionen. Hier zu arbeiten fördert Ruf und Karriere. Doch nun zeigt eine aktuelle Anfrage der Linkspartei: das Stipendienunwesen betrifft längst auch promovierte Wissenschaftler.

Rund 1.350 Postdoktoranden an den 80 Max-Planck-Instituten werden derzeit aus Stipendien finanziert, so die Antwort des Bundeswissenschaftsministeriums, die der taz vorliegt. Sie bekommen also einen monatlichen Grundbetrag von bis zu 1.621 Euro plus Zuschlägen und müssen sich davon freiwillig gegen Krankheit, Alter und Arbeitslosigkeit versichern.

„Dass der Trend auch bei Promovierten zu Stipendien geht, wirft ein bezeichnendes Licht auf die überkommenen Personalstrukturen in der deutschen Wissenschaftslandschaft“, meint die forschungspolitische Sprecherin der Linken, Petra Sitte. In Deutschland würden selbst 45-jährige Habilitierte noch als „Nachwuchs“ bezeichnet.

Die Sprecherin der Max-Planck-Gesellschaft, Christina Beck, sagte der taz, die Bezahlung der Postdocs sei innerhalb der Gesellschaft bisher kein Thema: „Der weitaus größte Teil der Stipendiaten sind EU-Ausländer. Die Frage der Sozialversicherung stellt sich für diese Gruppe nicht, da sie Deutschland sowieso wieder verlassen.“ Laut Statistik kommen 1.223 der über Stipendien finanzierten Postdocs aus dem Ausland, 126 sind Deutsche.

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Scholarships are also a sign of quality

[from http://www.mpg.de/5724370/scholarships and http://www.mpg.de/5723126/Promotionsstipendien]

Peter Gruss, President of the Max Planck Society, on PhD scholarships:

Scholarships are also a sign of quality

What is a doctoral thesis all about?

April 20, 2011

“Obtaining a doctoral degree is a confirmation of the intellect”, Georg Christoph Lichtenberg once wrote, capturing the essence of a PhD: a doctoral thesis is something you spend years working on, deeply immersed in “your” subject, which requires you to muster a great deal of motivation and develop a lot of intellectual creativity; it also teaches you the fundamentals of scientific working. A PhD is rightly considered the most authentic of all academic qualifications. As you embark on a PhD, you are still anything but a “proper” scientist; it’s during the process itself that you become a “proper” scientist. In this sense, a PhD is “an apprenticeship in the lab”, and as such it is usually not paid like a “proper” job – and this is, by and large, the practice at all research institutions and universities.

There is no denying that only some doctoral students enjoy the benefit of a contract to fund their studies and others do their doctoral degree on a scholarship. The pressure of internationalisation has changed the PhD system in Germany in many respects in recent years. For instance, the number of students from other countries doing their PhD in Germany has doubled over the past ten years. Of the 5,300 doctoral students at Max Planck Institutes, half are from abroad. Scholarships are nothing unusual for the foreign PhD students – even at the elite institutions of the US and UK, such as Harvard, Stanford, Cambridge and Oxford, young scientists generally do not do their PhD while in receipt of a full-time salary; they do it on a scholarship or a grant, with which they have to pay their tuition fees too (there are no tuition fees in Germany). The scholarships and grants made available under PhD programs are awarded in a strict selection process.

And the same is true for the 4,000 doctoral students each year in Germany who receive a scholarship from one of the twelve organisations for the promotion of young talent. What these organisations look for are not only “bright minds” who have performed exceptionally well at school and university, they also look for social engagement. Less than 20 per cent of applicants make it into the sponsorship programs. They are each rightly proud of their scholarship, given that it singles them out as highly-motivated, qualified and socially involved in areas outside their own field of study. In this respect, the accusation that the world of PhD funding is a “two-tier society” is simply off the mark – Germany’s entire system of sponsorship for the intellectually gifted is based on scholarships!

Of the 3,300 doctoral students at the Max Planck Society who are in receipt of a scholarship, 2,200 of them receive a Max Planck scholarship and the remaining third receive their scholarships from one of the organisations for the promotion of young talent, or from the Alexander von Humboldt Foundation, DAAD, the EU (Marie Curie Fellowship), etc. The scholarship allowances differ only marginally: they are all between 1,000 and 1,365 euros plus benefits. In other words, scholarships are the instruments of choice in scientific funding – not only nationally, but also internationally; doing away with them would be absolutely absurd and would damage the whole system of young scientist sponsorship.

The PhDnet, which represents the interests of doctoral students in the Max Planck Society, has in recent years predominantly campaigned for doctoral students at the Max Planck Institutes to receive similar levels of net income regardless of financing model. In negotiations with its funding providers, the Max Planck Society has therefore campaigned to increase its scholarship rates by being allowed to add health insurance benefits, an attractive child allowance and additional financial contributions for families. That we managed to achieve these improvements is also regarded as a success by our scholarship holders.

Many of our foreign doctoral students consider a scholarship from the Max Planck Society a special distinction that enables them to work on their dissertation freely and independently in an internationally stimulating research environment. Our young scientists come to us from 100 different countries around the globe, attracted by the renown of the Max Planck Society and the outstanding working conditions they find in our Institutes. They have the opportunity to complete a crucial stage of their career in a creative world in which the interdisciplinary and intercultural views and mindsets of bright minds really have an effect.

And that brings us back to the very essence of PhDs: the intensive support of young scientists is above all intellectual and not financial in nature. More than ten years ago, the Max Planck Society, in cooperation with the universities, got a successful model of internationally-oriented graduate education off the ground in Germany in the form of the International Max Planck Research Schools: in addition to the Max Planck Institutes and the German partner universities, foreign universities and research institutions also contribute to the study programs. The doctoral students value the very good support they receive, as well as the training in soft skills. After all – and this is something we must recognise – only some of them will stay in academia. That’s no bad thing: the most successful form of knowledge transfer is the training of outstandingly qualified young people who can go on to play leading roles not just in science, but in business and society too.

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Wissenschaftsorganisationen bekennen sich zu planbaren und verlässlichen Karriereperspektiven

Nichts begriffen… “Die Wissenschaftsorganisationen sprechen sich entschieden dafür aus, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz unverändert fortzuführen.” — Wissenschaft im Kapitalismus: der Mensch zählt nichts. Da klingt das folgende entschuldigende Bekenntnis doch nur wie Hohn: “Die Wissenschaftsorganisationen sind sich der Bedeutung des verantwortungsvollen Umgangs mit den Befristungsregelungen und der damit verbundenen besonderen Personalfürsorge bewusst.”

Homepage der Max-Planck-Gesellschaft <http://www.mpg.de/4697136/wissenschaftszeitvertragsgesetz>

Wissenschaftsorganisationen bekennen sich zu planbaren und verlässlichen Karriereperspektiven

13. Dezember 2011

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen spricht sich entschieden für eine unveränderte Fortführung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) aus. Es sei zum unverzichtbaren Instrument geworden, um die hohe Qualität unseres wissenschaftlichen Personals zu sichern, so die Allianz. Gleichzeitig erkennen die Wissenschaftsorganisationen die große Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit den Befristungsregelungen sowie der damit verbundenen besonderen Personalfürsorge an, heißt es in der Allianz-Stellungnahme anlässlich der Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes.

Personelle Erneuerungsfähigkeit sichert das weltweit anerkannt hohe Niveau der deutschen Wissenschaft in ihren außeruniversitären Forschungsorganisationen und Hochschulen. Sie ist darüber hinaus eine wichtige Voraussetzung für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses nach der Qualifizierungsphase. Vor dem Erlass des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes standen den Forschungseinrichtungen und Hochschulen kaum wirkungsvolle und rechtssichere arbeitsrechtliche Grundlagen zur Gewährleistung der personellen Erneuerungsfähigkeit zur Verfügung. Stattdessen bestanden erhebliche rechtliche und damit planerische Unsicherheiten.

Mit dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz schuf der Bundestag 2007 eine wissenschaftsadäquate Grundlage zur Befristung von Arbeitsverhältnissen. Damit entstand auch deutlich mehr Planungssicherheit für die Hochschulen, die Forschungseinrichtungen und die in ihnen tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Besonders hervorzuheben sind die Rechtssicherheit der Drittmittelbefristung sowie die Einführung familienpolitischer Komponenten. Das
Wissenschaftszeitvertragsgesetz hat sich aus Sicht der Wissenschaftsorganisationen bewährt. Es ist zum unverzichtbaren Instrument geworden, um die hohe Qualität unseres wissenschaftlichen Personals zu sichern.

Kurze Befristungszeiten sind häufig auf die stetig steigenden Drittmittelfinanzierungen bei – insbesondere in den Hochschulen – stetig sinkender Grundfinanzierung und die entsprechenden haushalts- und zuwendungsrechtlichen Bestimmungen zurückzuführen. Hier gilt es sowohl die Grundfinanzierung wieder zu verbessern, als auch das Haushalts- bzw. Zuwendungsrecht mit dem Dienstrecht zu harmonisieren.

Die Wissenschaftsorganisationen sind sich der Bedeutung des verantwortungsvollen Umgangs mit den Befristungsregelungen und der damit verbundenen besonderen Personalfürsorge bewusst. Angesichts des zunehmenden internationalen Wettbewerbs um den wissenschaftlichen Nachwuchs und um die besten Köpfe sehen sich die Hochschulen und die außeruniversitären Forschungseinrichtungen in der Verantwortung, ihr Augenmerk auf die individuellen Karrierewege jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu richten und Personalentwicklung systematisch zu betreiben.Dies gilt für alle wissenschaftlichen Qualifizierungsstufen, in besonderer Weise aber für die Phase nach der Promotion, in der sich junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eine berufliche Zukunft innerhalb oder außerhalb der Wissenschaft entscheiden.

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PhD changes at Max Planck

Another oldie, but ‘goldie’… Find a short history of the neverending story of research grants vs contracts in the MPG at wikipedia.

[from: The Scientist 2005, 6(1):20050309-01]

PhD changes at Max Planck

by Jane Burgermeister
published 9 March 2005

Overseas PhD students applying this year to work at Germany’s Max Planck Society (MPG) are set to be the first to benefit from changes to a controversial employment rule that had prevented foreign students from getting full employment contracts.

The MPG is an independent basic research organization that funds 80 different institutes with more than 12,000 staff members and 9000 PhD students, postdocs, visiting researchers, and student assistants.

Last year, PhD student Andrea Raccanelli, now at the University of Bonn, conducted a survey showing that 99% of German PhD students at the MPG had regular contracts with health, unemployment, and pension benefits, while 84% of the non-German PhD students had scholarships without such benefits.

Raccanelli, who organized a network of PhD students at the MPG, took the case to Germany’s Court of Labour, accusing MPG of discrimination. The case was passed on to the European Court of Justice, which is expected to rule in 18 months.

Meanwhile, in October last year, MPG distributed a letter to the heads of its centers stating that the rules would change. Nicola von Hammerstein, from the general management of the MPG, told The Scientist on Monday (March 7) that the change took effect at the beginning of this year.

Von Hammerstein said she expected at least some non-German students who applied for a PhD early this year to be awarded regular employment contracts in autumn. However, she said it was impossible to predict at this stage how many would eventually benefit.

“Institutes now have the freedom to decide whether to offer foreign students a regular contract or a scholarship, unlike before,” von Hammerstein told The Scientist. “Some institutes might offer only scholarships, others only regular contracts.”

“I expect a mixed system could evolve, though it is too early to tell,” von Hammerstein said. “For example, PhD students could start with a scholarship in their first year and then move onto a regular contract in their second year.”

Von Hammerstein rejected the idea that the MPG had been discriminating against non-German PhD students. “In the world of science, nationality should never count, as it should not count anywhere,” she said. “What is important today is more cooperation between scientific disciplines and between researchers around the world.”

Von Hammerstein conceded, however, that regular employment contracts were much more expensive for institutions, many of which were operating under tight budgetary constraints. She also said that not all students wanted regular contracts. “Many students do not want to pay into the German pension and unemployment insurance system if they are in Germany for only a relatively short time.”

The change comes as the MPG steps up efforts to create more opportunities for young international researchers in Germany by expanding its network of International Max Planck Research Schools (IMPRS).

There are now 37 such schools, following the addition of eight new schools earlier this year. Altogether, there are about 1200 students currently doing their PhDs in the IMPRS, with 60% coming from outside Germany.

“This international model of the IMPRS has been extremely successful,” von Hammerstein said. “Young researchers can work in interdisciplinary teams and benefit from much more intensive supervision from scientists at the MPG and universities. The PhDs so far have been very good in terms of quality.”

Now is a difficult time for young scientists in Germany who are struggling to establish their careers in an environment of low government funding and changing employment legislation.

Peter Burkert, from the Thesis Network, a German network of PhD students and postdocs, told The Scientist that the future for PhD students looked grim as research organizations strive to save money and because of recent changes in employment laws setting a 12-year limit to temporary contracts for scientists.

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Die Zahl der Stipendien ist sprunghaft gestiegen

Reposted from [Inside MPG: Mitteilungen des Gesamtbetriebsrats 3/2010], which are unfortunately not publicly available.

English excerpt:
The increase in stipend holders may be desirable for institutes, but it shouldn’t be forgotten that it involves quite some disadvantages for the people concerned. Examples are bad health insurance, no social security, or inferior payment for postdocs without prior contracts. In addition, this also led to overcrowded offices and labs.

Die Zahl der Stipendien ist sprunghaft gestiegen

Seit Oktober 2004 können sowohl inländische als auch ausländische Promovierende wahlweise mit einem Vertrag beschäftigt oder auch durch Vergabe eines Stipendiums gefördert werden.

Förderung mit einem Stipendium

Die neuen Stipendienrichtlinien gelten in der MPG seit Oktober 2005. Bis zu diesem Zeitpunkt betrug die Förderung mit einem steuerfreien Stipendium 975 Euro bis zu 1128 Euro pro Monat. Besonders in Ballungsgebieten war es gelegentlich schwierig, zu diesen Konditionen die gewünschten Stipendiaten zu gewinnen. Deshalb wurde die Höhe des Grundstipendiums auf 1000 Euro angehoben, im Bedarfsfall ist eine Erhöhung auf maximal 1365 Euro möglich. Für die neuen Bundesländer wurde die Obergrenze des Stipendiums auf 1340 Euro festgelegt. Zusätzlich kann eine Sachkostenpauschale in Höhe von 103 Euro ohne Nachweis gewährt werden.

Durch die Gewährung eines Stipendiums wird kein Arbeitsverhältnis mit der Max-Planck-Gesellschaft begründet. Das Stipendium ist ein Zuschuss zum Lebensunterhalt („Schenkung unter Auflagen“) und begründet keinen sozialversicherungsrechtlichen Leistungsanspruch. Die Tätigkeit des Stipendiaten ist eigenverantwortlich und weisungsfrei und liegt somit im eigenen Interesse; ferner besteht keine Verpflichtung zur Teilnahme an Institutsveranstaltungen und keine Anwesenheitspflicht. Nicht vom Stipendienzweck erfasste Tätigkeiten bedürfen der vorherigen Zustimmung der Institutsleitung. Der Umfang einer geringfügigen Beschäftigung darf dabei grundsätzlich nicht überschritten werden. Ausnahmen sind nur dann möglich, wenn die Tätigkeit nach ihrer Art dem Stipendienzweck förderlich ist.

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Korrekte Bezahlung oder „Zuschuss zum Lebensunterhalt”?

Reposted from [Inside MPG: Mitteilungen des Gesamtbetriebsrats 3/2010], which are unfortunately not publicly available.

Korrekte Bezahlung oder „Zuschuss zum Lebensunterhalt”?

Wie das wissenschaftliche Arbeiten an Max-Planck-Instituten vergütet wird

Die Max-Planck-Gesellschaft genießt weltweit einen ausgezeichneten Ruf. Auf der Homepage der MPG ist zu lesen: „Die wissenschaftliche Attraktivität der Max- Planck-Gesellschaft gründet auf ihrem Forschungsverständnis: Max-Planck-Institute entstehen nur um weltweit führende Spitzenforscher herum. Diese bestimmen ihre Themen selbst, sie erhalten beste Arbeitsbedingungen und haben freie Hand bei der Auswahl ihrer Mitarbeiter. Dieses „Harnack- Prinzip“ geht auf den Theologen Adolf von Harnack zurück, der 1911 als erster Präsident der in Berlin gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft das damals neue Konzept einer außeruniversitären Forschungseinrichtung zum Erfolg führte.

Fast hundert Jahre nach seiner Einführung gilt das „Harnack-Prinzip“ immer noch und gibt den Direktorinnen und Direktoren freie Hand, ihre Mitarbeiter auszuwählen. Man kann also davon ausgehen, dass so ausgesuchte Mitarbeiter ebenfalls exzellent sind, also höchsten Einsatz zeigen und ausgezeichnete Arbeit liefern. Selbst wenn die Arbeit vorwiegend oder ausschließlich von den Direktoren konzipiert wird – die Umsetzung der Konzepte ist ohne den hohen Arbeitseinsatz der Doktoranden und Postdoktoranden undenkbar. Die immer noch sehr gute finanzielle Ausstattung ermöglicht es den Instituten, sich ausschließlich auf ihre Forschungstätigkeit zu konzentrieren. Selbstverständlich würde man daher eigentlich erwarten, dass auch die exzellenten Mitarbeiter beste Arbeitsbedingungen vorfinden. Vor allem ausländische Wissenschaftler gehen davon aus – und stellen oft erst vor Ort fest, dass dem nicht so ist.

Die Kriterien, nach denen die Bezahlung einzelner Wissenschaftler erfolgt, sind nirgends präzise nachlesbar. Ein Doktorand kann, wenn er/sie Glück hat, einen Doktorandenvertrag bekommen (vergütet nach TVöD Entgeltgruppe 13 ½). Alternativ dazu erhalten sie ein sogenanntes Doktoranden- Stipendium und sind sozial nicht abgesichert (verschiedene Definitionen von „Stipendium“ sind unten angeführt). Früher konnte ein Doktorand oft frei zwischen Vertrag und Stipendium wählen, heute gibt es diese Option nur noch selten.

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Befristete Vertragsgestaltung und die Produktivität der Forschung

Reposted from [Inside MPG: Mitteilungen des Gesamtbetriebsrats 3/2004], which are unfortunately not publicly available.

Befristete Vertragsgestaltung und die Produktivität der Forschung

Die MPG geht davon aus, dass m i n d e s t e n s die Hälfte der auf Stellen forschend Tätigen zu befristen sind. Die Realität in manchen insbesondere neu gegründeten Instituten eilt diesem Mindestwert weit voraus. Hinzu kommen ohnedies befristete Vertragsverhältnisse im Drittmittelbereich und für all diejenigen, die sich explizit zur Qualifizierung (Promovierende, Stipendiaten etc.) in den Instituten befinden. Diese Entwicklung hat inzwischen im Gefolge wachsender Bedeutung des Drittmittelbereichs und der bequemen Befristungsmöglichkeiten nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz auch das nichtwissenschaftliche Personal erreicht. Die MPG baut also auf Mobilität und Flexibilität zu Lasten von Kontinuität und Sicherung von Erfahrungswissen. Zwar werden gelegentlich noch die sozialen Aspekte einer befristeten Existenz vorsichtig angesprochen, es besteht aber bis in die Köpfe mancher Betroffener hinein offensichtlich ein Konsens dazu, dass das Befristen produktiv sei. Neue gesetzliche Regelungen werden dem gemäß nahezu ausschließlich unter den Aspekten diskutiert, wie rechtssicher das Befristen gestaltet werden kann und welche endliche Verbleibsperspektive eröffnet wird.

Pro-und Contra-Argumente zur Befristung

Zu Zeiten vor dem Zustandekommen des ersten HRG war die inhaltliche Auseinandersetzung zu Vor- und Nachteilen der Befristung dagegen noch selbstverständlich. An einige Argumente soll erinnert werden.

Besonderes Gewicht hatte das Argument der „Generationsdynamik“: Die nachwachsende Generation möchte in das Beschäftigungssystem hinein, die älteren Generationen sind „drin“ und blockieren die Stellen.

Die einfache und nachvollziehbare Logik dieses Argumentationsmusters und der Verweis auf das damit verbundene Postulat der Chancengleichheit — jeder/e hat einmal eine Chance zu arbeiten — machten die Auseinandersetzung nicht leicht. Der spezifische Wert und die Qualität von Arbeitskraft der Erwerbstätigen werden aber im Rahmen dieses Argumentationsmusters ignoriert.

Besondere Bedeutung konnte diese Argumentation für Hochschulen und Forschung gewinnen. Erstens, weil Arbeitsplätze in diesen Bereichen als privilegiert gelten. Privilegien aber gilt es abzubauen oder allenfalls zu teilen. Zweitens, weil man argumentieren konnte, dass das Arbeiten in Hochschulen und Forschung mit einem hohen Lerneffekt verbunden ist und die Beschäftigten sich dort mehr oder weniger in Ausbildung für andere Aufgaben und Beschäftigungsbereiche befinden. Dieser Logik folgend haben es die Hochschulen und einige außerhochschulische Einrichtungen geschickt verstanden, sich im Grunde als reine Ausbildungsagenturen zu verstehen. Alle akademisch Werktätigen werden zum lernenden „Nachwuchs“ erklärt, der entsprechend zu befristen sei. Die früher als Schmähung verstandene Bezeichnung von Einrichtungen als „Durchlauferhitzer“ wird zur Charakterisierung der eigenen Funktionsbestimmung gerne übernommen. Ergebnisse des forschenden Bemühens erscheinen dann lediglich als ein Nebenprodukt des Qualifizierungsprozesses, die Potenziale organisierter Forschung werden unter diesen Bedingungen nicht voll genutzt.

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