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verdi: Tarifverhandlungen im Länderbereich – leere Worte, keine Angebote

[biwifo Report 1/2013]

Tarifverhandlungen im Länderbereich – leere Worte, keine Angebote

Dass es „Fehlentwicklungen“ bei der Befristungspraxis gäbe, räumt die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) ein – sieht jedoch keine tariflichen Lösungsmöglichkeiten.

„Fehlentwicklungen“? Nein, es war politisch gewollt, Befristungsmöglichkeiten immer weiter auszudehnen! Sind Instrumente wie Wissenschaftszeitvertragsgesetz oder Teilzeit- und Befristungsgesetz erst einmal geschaffen, ohne dass es parallel reglementierende Verordnungen, Erlasse und Vereinbarungen der Tarifparteien gibt, darf sich niemand wundern, wenn die Instrumente „unlimited“ genutzt werden.

Dass Befristungen immer üblicher und immer kürzer werden, hat nicht nur herbe Konsequenzen für die Beschäftigten: Sie können ihr eigenes Leben nicht planen, weil Arbeitsort, Arbeitszeit und Einkommen kaum berechenbar sind. Die völlig ausgeuferte Befristungspraxis hat auch massive Folgen für die Einrichtungen und Dienststellen. Der enorme administrative Aufwand des Befristungsunwesens belastet die Etats der Institutionen. Das wird allerdings „bilanziell“ nicht abgebildet: Diskontinuitäten in der Stellenbesetzung und Aufgabenwahrnehmung verursachen Transaktionskosten, die in keinem Budget und in keiner Kosten- und Leistungsrechnung auftauchen.

Wir fordern:
– Ausschluss der sachgrundlosen Befristung,
– drastische Reduzierung und Quotierung der befristeten Arbeitsverhältnisse,
– deutlichen Ausbau der unbefristeten Stellen.

Petra Gerstenkorn
Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes und Leiterin des Fachbereichs Bildung, Wissenschaft und Forschung

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